Vitrine 08

Kreuzfahrten mit dem HAPAG-Schnelldampfer “DEUTSCHLAND” 1900

Albert Ballin, der geniale Vorstand der Hapag, wollte im Jahr 1900 auch nach dem „Blauen Band“ für die schnellste Nordatlantiküberquerung greifen. Zu diesem Zweck gab er ganz gegen seine bisherige Überzeugung einen richtigen Schnelldampfer in Auftrag. Die „Deutschland“ lief am 10. Januar 1900 in Stettin bei der AG Vulcan vom Stapel. Schon auf der Jungfernreise – beginnend am 4. Juli 1900 – gewann sie das „Blaue Band“. Die hohe Geschwindigkeit wurde mit starken Vibrationen der zwei riesigen Kolbendampfmaschinen mit zusammen 37.800 PS erkauft (Nach einiger Zeit verlor das Schiff aus diesem Grund einen Teil des Hecks auf dem Nordatlantik). Ballin war die Lust an schnellen Schiffen erheblich vergangen. 1910 begann der Umbau zum Luxuskreuzfahrtenschiff „Victoria Luise“. In diesem Markt wurde wesentlich langsamer gefahren, und es wurde nur noch der luxuriöse 1. Klasse-Teil genutzt. 1914 wurde das Schiff zur Kriegsmarine als Hilfskreuzer eingezogen, aber trotz seiner hohen Geschwindigkeit nie eingesetzt. 1920 ließ Hapag das Schiff noch einmal zum Auswandererschiff umbauen und gab ihr den neuen Namen „Hansa“. Auch diese Karriere währte nicht lange. 1925 wurde das Schiff in Hamburg verschrottet. Obwohl die „Deutschland“ nur als Kreuzfahrtschiff wirklich erfolgreich war, ist sie dennoch einer der international bekanntesten deutschen Liner.

Gezeigt werden vom Schiff u. a. an Bord verwendetes Geschirr der 2. Klasse, ein Briefkopf mit dem Stahlstich des Schiffes und ein Glas aus der 1. Klasse. Auch die Besteckteile sind zeitgenössisch für dieses Schiff. Eine kleine Rarität auch die Souvenirtasse aus Cuxhaven (die 1. Klasse-Passagiere bestiegen erst hier das Schiff). Wozu das Glasteil mit der Zeichnung des Schiffs diente, entzieht sich unserer Kenntnis.

Freundliche Leihgabe von:

Petra und Stefan Behn

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