Vitrine 28

Die TS  “HAMBURG” der Deutschen Atlantik Linie 1969 – 1973 (Deutsche Atlantik Linie)

Axel Bitsch Christensens Ziel bei der Gründung der Hamburg Atlantik Linie 1958 war bereits ein Neubau. Als die TS „Hanseatic“ 1966 durch ein Feuer verlorengegangen war (siehe Vitrine 9), war die Neubauplanung bereits weitgehend abgeschlossen. Die Deutsche Werft Hamburg erhielt den Auftrag zum Bau der TS “Hamburg“, die im Jahr 1969 auf ihre Jungfernreise ging. Christensen hatte zur Finanzierung des Schiffes erstmals das über lange Zeit in Deutschland beliebte KG-Modell angewendet. Im Inneren war das Schiff klar im Stil der späten 60er Jahre gehalten. Der eigenwillige Schornstein wurde zum Erkennungs­zeichen. Leider machte der starke Verfall des Dollars Anfang der 70er Jahre den wirtschaftlichen Betrieb des Schiffes unter deutscher Flagge unmöglich. Ende 1973 wurde die „Hamburg“ an die sowjetische Black Sea Shipping verkauft. Fortan fuhr sie unter dem Namen „Maxim Gorkiy“. Die Idee war von Anfang an, den guten Namen des Schiffes auf dem deutschen Markt zu nutzen und devisenzahlende Gäste zu gewinnen. Bis 2008 war das Schiff mit diesem Konzept, wenn auch später unter deutschem Management der Bonner Reederei Phoenix, äußerst erfolgreich. Leider scheiterten Bemühungen, das Schiff in Hamburg als Museumsschiff zu erhalten. 2009 wurde es verschrottet.

Das Schiff wurde vom bekannten Hamburger Porzellanhaus Lattorf ausgestattet. Nach dem Konkurs der Reederei wurden die Restbestände in Hamburg verkauft. So haben sich große Teile des Geschirrs in der Stadt erhalten. Auch die Gläserserie von Rosenthal ging den gleichen Weg. Das von der Flensburger Firma Wagner gebaute Studienmodell zeigt das Schiff noch mit einem Schornstein, wie er von der konkurrierenden Werft Blohm + Voss angeboten wurde. Die kleine Tischglocke war ein beliebtes Abschiedsgeschenk für die Passagiere. Viele der grafischen Arbeiten an Bord gestaltete die Künstlerin Katja Hassler.

Freundliche Leihgabe von:

Petra und Stefan Behn

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