Vitrine 72

“AIDA”-Kreuzfahrten (1996 bis 2013)

1996 hatten der Hamburger Reeder Schües, der Hotelier Rahe und der Touristiker Vogel gemeinsam die Idee, ein neues deutsches Kreuzfahrtprodukt zu schaffen. Dies sollte sich bewusst von der traditionellen Kreuzfahrt absetzen, neue, jüngere Kundengruppen erschließen und erschwinglich für alle sein. Als Sitz der Reederei wurde Rostock gewählt, weil man teilweise auf die Organisation der Deutschen Seerederei zurückgriff. Diese hatte bereits seit vielen Jahren Erfahrungen in der Passagierschifffahrt. Mit der charakteristischen Kussmundbemalung eines Rostocker Künstlers wurde der erste Neubau „AIDA“ 1996 schnell populär. Leider stellt sich der finanzielle Erfolg nicht ein. So kam „AIDA“ 1999 über den Umweg Norwegian Cruise Line an die britische P & O. Diese erkannte sofort das Potenzial, das in der Marke steckte und stellte neue finanzielle Mittel zur Verfügung. Fortan war der Erfolg der Schiffe nicht mehr aufzuhalten. Heute fahren zehn Neubauten unter dem „AIDA“-Banner. Über den Kauf der Muttergesellschaft P & O kam 2003 „AIDA“ unter den Schirm der Carnival-Gruppe, dem Weltmarktführer in der Kreuzfahrt. Auch Hamburgs Erfolg als Kreuzfahrtstandort ist eng mit „AIDA“ verbunden. Die Reederei entdeckte als erste das Potenzial, das in dem Standort steckt. Heute hat „AIDA“ weit über 50 Abfahrten ab Hamburg und ist klarer Marktführer. Bekannt wurde das Unternehmen insbesondere durch die spektakulären Schiffstaufen, die in Hamburg stattfanden. Höhepunkt war sicher im Jahr 2012 die Taufe der „AIDAmar“, die zu diesem Zweck von drei Schwesterschiffen mitten im Strom begrüßt wurde.

Zu sehen ist in der Vitrine u. a. der erste Katalog des Unternehmens, mit den heute noch charakteristischen Grafikelementen. Anlässlich der Kiellegung wurden bei der „AIDAvita“ die Buchstaben des Firmennamens aus Schiffbaustahl geschnitten und an die Gäste verteilt. Beliebt sind die jeweils speziell für die Schiffstaufen gestalteten Sektgläser. Das Umhängeband (Lanyard) wird für jedes Schiff neu herausgebracht. Das Porzellan wurde als Mitbringsel für die Kinder an Bord entwickelt.

Freundliche Leihgabe von:

Petra und Stefan Behn

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